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Schmelzsicherungen

Selektivität

- erhöht die Versorgungssicherheit

 

Unter Selektivität von Sicherungen versteht man, wenn mehrere Schutzorgane in Serie geschaltet sind, damit im Fehlerfall nicht die ganze Anlage abgeschaltet wird.

 

Im normalen Haushalt spielt Selektivität von Sicherungen nur eine untergeordnete Rolle, während sie in der Industrie nicht mehr aus dem alltäglichen Betrieb wegzudenken ist.

 

Um sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Zuverlässigkeit der Schutzorgane zu gewährleisten, muss die Selektivität auf die diversen Schutzorgane speziell ausgelegt werden. Für die „klassischen“ Schmelzsicherungen (z.B. gG) ist das sehr einfach, da die Schmelzzeit-Kennlinien von diesen Sicherungen praktisch parallel verlaufen (siehe Bild). Von zwei aufeinander folgenden Sicherungen stehen die jeweiligen Bemessungsströme im Verhältnis 1:1,6 (bzw. zwei Bemessungsstromstufen). Außerdem ist zu beachten, dass bei selektiv arbeitenden Sicherungen die Auslösezeit abgestuft sein muss, die übergeordneten Sicherungen müssen logischerweise eine längere Auslösezeit haben als die untergeordneten, damit im Fehlerfall wirklich nur die betreffende Sicherung schaltet.

 

Hier ein Beispiel zum besseren Verständnis: Hinter einer 16A-Sicherung die die Auslösezeit M (Mittel) hat, soll eine zweite Schmelzsicherung geschaltet werden, um einen Motor im Fehlerfall vom Rest der Anlage zu trennen. Diese Sicherung muss mindestens um den Faktor 1,6 kleiner sein als die primäre Sicherung, also einen Bemessungsstrom von max. 10A haben. Die Auslösezeit dieser Sicherung muss kleiner sein als die Auslösezeit der davorliegenden Sicherung (in diesem Fall also M), für unser Beispiel wählen wir als Auslösezeit F (Fast, Flink).

 

Bei Selektivität zwischen Schmelzsicherungen und Leistungsschaltern ist zu beachten, dass die Auslösekurve eines Leistungsschalters näherungsweise aus einem senkrechten Ast beim Auslösestrom und einem waagrechten Ast entsprechend einer konstanten Auslösezeit besteht. Im Falle dass der Leistungsschalter vor der Sicherung ist, wird einwandfreie Selektivität dadurch erzielt, dass sich die zwei Kennlinien nicht überschneiden (Bild links).

 

Wenn sich hingegen der Leistungsschalter nach der Sicherung befindet (typisch für Hausinstallationen) ergeben sich zwangsläufig zwei Schnittpunkte der Kennlinien. Der Schnittpunkt mit dem höheren Strom (ID, am Bild ersichtlich) gibt die Selektivitätsgrenze an. Wenn der Fehlerstrom wesentlich über der Grenze ID liegt, schaltet nur mehr die Sicherung ab. Dieser Effekt kann aber durchaus erwünscht sein, da Schmelzsicherungen ein wesentlich höheres Schaltvermögen besitzen als Leistungsschalter.